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Vier Leistenbrüche in 8 Monaten –

– der grüne Baron und ich werden alt und marode.

Kaum bin ich einigermaßen wieder auf dem Damm, kommt der grüne Baron daher und will auch wieder unters Messer. Erst im Oktober frisch operiert, hat er sich natürlich nicht geschont und daher schon wieder einen neuen Leistenbruch, der Anfang Juli operiert wird. Wer die Steine am japanischen Teepavillon gesehen hat, weiß wo der Bruch herkommt…

Während die jüngeren Mitarbeiter bereits nach einem Tag schöner Sonne einen Sonnenstich haben und sich erholen müssen oder nach einem Wochenende arbeiten um ihre „work-life-balance“ fürchten, ist das natürlich in unserer Generation noch ganz anders. Weiße alte Männer, wie es so schön heißt, lieben es Steine zu schleppen und bei brütender Sommerhitze mit dem Freischneider Schilf zu kürzen, denn das bedeutet, fit zu sein – genauso wie die Barocktanzgruppe letzten Sonntag mit Perücken und Kostümen bei 28 Grad „Contenance“ bewahrt hat und alle Tänze und Vorführungen plangemäß und mit großem Spaß und guter Laune durchgeführt hat. Immer am Dennenloher Barocktag ist nämlich extrem schönes Wetter – letztes Jahr waren es 38 Grad, der gefühlt heißeste Tag des Jahres 2022 und dieses Jahr hatte es gerade 10 Grad weniger. Schauen wir mal, ob wir bei 18 Grad nächstes Jahr landen können…da wollen der grüne Baron und ich nämlich auch endlich in standesgemäßen Kostümen durch den Lustgarten wandeln und er reicht mir die behandschuhte Hand zum Tanz. Und es dürfen diesmal keine Stihl Arbeitshandschuhe sein!

Was gibt es sonst neues in Dennenlohe? Wir ziehen vier kleine Brahma Hühner in der Küche groß und sie wachsen rasend schnell. Die Hunde bewachen sie gut und wenn die vier im Käfig raus auf die Wiese dürfen, ist sich die Hundebande noch nicht ganz sicher, ob sie sie als Hühner und damit unantastbar anerkennen oder ob sie denken, es ist leichte Beute. Auf jeden Fall ist es wie Fernsehen für die Sieben, nur aufregender als ARD und ZDF.

Apropos Fernsehen, mit viel Druck und diversen Rechtsanwaltsschreiben haben wir nun endlich die Versicherung der Produktionsgesellschaft des, im letzten Jahr gedrehten Tatorts ” Hochamt für Toni” , dazu bewegen können, die Kosten für die Renovierung, der von ihnen beschädigten Eingangstreppe zu übernehmen. Nachdem die Versicherung erst argumentiert hat, die Treppe wäre aufgrund des Alters nichts mehr wert und der Zeitwert würde nur noch bei 1.728 Euro liegen, von dem sie dann 10 % übernehmen würden, konnte ich sie eines Besseren belehren, denn die Reparaturkosten betragen fast 45.000 Euro. Also bin doch erst mal ins Schlossarchiv und habe die Rechnungen der Renovierung im Jahr 2000 herausgesucht. Siehe da, genauso wie ich mich erinnert habe, wurde die Treppe damals im Zuge der gesamten Schlossrenovierung neu aufgebaut und kostete 50.000 DM. Lieseli ist im Augenblick die Einzigste, die den monatelagen Lagerort der Treppenstufen als Liegeplatz liebt…

Wie gut, daß hier in Dennenlohe nie etwas weggeworfen wird. Nicht nur beherbergt das Schlossarchiv alte Rechnungen zurückgehend bis zum Schlossbau von 1734 – auch mein Schuhschrank beherbergt noch fast alle Schuhe seit meiner Ankunft hier vor 33 Jahren. Leider passen nicht mehr alle, aber ich trenne mich so ungern von alten Sachen… an so vielen Stücken, hängen Erinnerungen von früher. Die erste rote Jacke an meinem 18. Geburtstag passend zum roten Fiat, die mich beide bis jetzt noch begleiten. Natürlich mit wuchtigen Schulterpolstern, die heute wieder modern werden, was mich wirklich freut, denn ich liebe Schulterpolster so sehr, wie der grüne Baron sie haßt. Seine Schultern müssten immer die breitesten sein… und er schleppt die größten Steine und hat bald die meisten Leistenbrüche. Aktuell halte ich noch den Rekord mit vieren und er hat nur zwei, aber er holt auf, denn ältere weiße Männer wollen immer die Ersten sein! Solange sie sich darüber freuen können, ist alles gut!

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